Faszination Shabby Chic | welovehome
Trends

Romantisch vs. rustikal. Absicht vs. Abnutzung. Kitsch vs. Kult. Bei „Shabby Chic“ hat jeder sofort eigene Vorstellungen. Wohl kaum ein Wohntrend hat in den letzten Jahrzehnten derart umfassend und global so viele Anhänger gefunden.

Den „Shabby Chic“ wie wir ihn heute in Zeitschriften und Blogs zuhauf finden, verdanken wir mehreren Faktoren.

Da wäre allen voran die Interior Designerin Rachel Ashwell zu nennen, die bei ihren Kunden Ende der 1980er eine Abkehr von der damals angesagten Coolness hin zur Romantik im Wohnbereich feststellen konnte. Die gebürtige Britin adaptierte den viktorianischen Stil ihrer Heimat und brachte die „attraktive Unvollkommenkeit“ in den Staaten groß heraus. Herrschaftlich statt herzlos.

Der unbekümmerte Mix aus Alt und Neu tat sein Übriges zur Verbreitung des Trends von den USA aus. Für die Dekoration Landhausstil ist erlaubt, was gefällt. Eine einheitliche Stilregel lässt sich folglich nicht ausmachen. Wohl gelten aber folgende Punkt in vielen Fällen als typisch für den Shabby Chic.

Vintage
Beim Shabby Chic gibt es in puncto Mobiliar kein Entweder-Oder, vielmehr ein Sowohl-als-Auch. Günstige und teure Objekte ergänzen sich – da kann sich also ein Hirschgeweih vom Flohmarkt zum luxuriösen Ohrsessel gesellen und harmoniert nebenbei zur auf alt getrimmten Kommode, die eigentlich funkelnagelneu ist. Vintage ist nicht gleichbedeutend mit Antik und nimmt dem Umgang mit alten Erbstücken und neuen Errungenschaften viel von der vermeintlichen Seriosität!

Farben
Charakteristisch ist neben hellen Holzmöbeln der Grundton Weiß, auf den Möbel, Wohnaccessoires und Deko aufbauen. Fans gehen sogar so weit, vormals dunkle Fußböden Weiß zu lackieren um den gewünschten „cleanen“ Effekt zu erhalten. Ich persönlich kann das bei Laminat verkraften, doch bei schönen Holzdielen finde ich das schade. Die versiegelte Optik nimmt meiner Meinung nach jede Maserung und damit Leben aus dem Bode. Als Zwischenlösung kann ich daher mit Weiß gekalkte Böden nahe legen.

Dekor
Die Kunst liegt in der Abstufung der Deko – Weiß ist nicht Weiß. Von Beige, Creme und Sand eröffnen sich auf einmal neue Farbwelten. Passend zum neutralen Weiß spielen sanfte Naturtöne und Pastell eine Rolle, wenn’s um Farbakzente geht. Sehr häufig ist Rosa vertreten, auch helles Lila, Gelb und Blau kommen vor. Nicht nur in unseren Breitengraden wird der Landhausstil im Winter auch gern mit Signalrot oder Tannengrün kombiniert, den typischen Farben der Weihnachtszeit. Filigrane Ranken und Rosenblüten finden sich vor allem auf Textilien und Bildern wieder.

Fazit
Der Shabby Chic erfreut sich vor allem der weiblichen Anhängerschaft. Das sei eine stereotype Behauptung? Ich bin für Gegenbeweise natürlich offen, doch bislang beschränkt sich der Wohntrend – zumindest in meinem Freundes- und Bekanntenkreis – nur auf Frauen. Es ist ein sehr behaglicher Komfort, der mit dezenten Farben und vermeintlich alten Möbeln kreiert wird.

In den vergangenen Jahren hat sich der Hype rund um den „schäbigen Schick“ etwas abgeschwächt. Shabby Chic ist jetzt nicht mehr in strahlender Reinheit anzutreffen, sondern wird gern mit Möbel der 50er Jahre kombiniert oder als Ausgleich zu Grafischem verwendet. Zum dunklen Rosenholz passt Senfgelb und Petrol ebenso gut wie kräftiges Rot und Schwarz, Weiß beschränkt sich meist auf Keramik wie Vasen oder Schalen.

Was haltet ihr von Shabby Chic? Gefällt euch die verspielte Eleganz oder habt ihr euch an diesem Wohntrend satt gesehen?

via house doctor

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