Wohnlexikon A-Z

Beton

Beton ist ein Gemisch aus Zement (aus Kalkstein und Ton), Gesteinskörnung (aus Sand und Kies) und Wasser. Der Zement bildet zusammen mit dem Anmachwasser den Zementleim, der die Gesteinskörnung verbindet und dadurch ein hartes Gestein entstehen lässt.

Dabei wird zwischen verschiedenen Betonarten unterschieden, die durch die Zumischung von Betonzusatzstoffen entstehen. Zusammen mit Betonstahl ergibt sich beispielsweise Stahlbeton, mit Spannstahl kann Spannbeton hergestellt werden. Mit dem Zusatz von Stahl-, Kunststoff- oder Glasfasern entsteht dagegen Faser- oder Stahlfaserbeton.

Auch die Anforderungen an Beton variieren stark. Je nachdem ob Tragfähigkeit, Sicherheit, Wärmeschutz, Feuchtigkeitsschutz, Brand- oder Schallschutz gewünscht sind, fällt die Betonmischung leichter, druckfester oder wärmedämmend aus.

Beton, der in anderer Form bereits vor rund 10.000 Jahren zum Beispiel zum Bau der Pyramiden in Ägypten benutzt wurde, ist nicht nur vielseitig in seiner Verwendung, sondern auch wirtschaftlich. Gerade beim Bau ermöglicht er kurze Bauzeiten und geringe Kosten. Während in vergangenen Jahren Beton meist verkleidet oder verputzt wurde, liegt naturbelassener oder hochglanzpolierter Beton heute als Fußboden, an Wänden oder in Küchen, etc. stark im Trend.

Bild via Anik Quellet

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Baldachin

Ein Baldachin ist ein ursprünglich in „Baldach“ (mittellateinisch für Bagdad) hergestellter Goldbrokat-Stoff. Dieser wurde als Zierdach für Throne, Betten, Denkmäler, Kanzeln, etc. verwendet. Als Geschenke gelangten die kostbaren Stoffe im frühen Mittelalter ins Abendland, im Zuge der Kreuzzüge und dem Handel mit orientalischen Staaten schließlich auch nach Europa. In Deutschland sind Baldachine seit dem Jahr 1667 belegt.

Heute bestehen Baldachine aus unterschiedlichen Materialien und werden für viele verschiedene Einsatzzwecke verwendet. In ihrer Funktion als Bettbehang werden sie auch als Betthimmel bezeichnet. Zum Beispiel besitzen Himmelbetten und Hollywoodschaukeln baldachinartige Überdachungen. In Architektur, Innenarchitektur und im Möbelbau wird der Begriff auch als Bezeichnung für prachtvolle Giebel, Überdachungen (z.B. bei Altären) und Zierdächer gebraucht.

Bild via Westland Groep, Flickr.com

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CAD

CAD steht für „Computer Aided Design“ (dt: rechnerunterstützte Konstruktion) und bezeichnet ursprünglich die Benutzung eines Computers beim technischen Zeichnen. Mit Hilfe des Computers kann die Zeichnung als zweidimensionales oder dreidimensionales Modell dargestellt werden. Von diesem können auch die üblichen technischen Zeichnungen abgeleitet werden. CAD bietet Software für alle Technikzweige wie Architektur, Bauingenieurwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik, Zahntechnik, etc.

Dabei unterscheidet man zwischen 2D- und 3D-CAD-Systemen. Ein 2D-CAD-System ist ein vektororientiertes Zeichenprogramm. Mit ihm können fast alle Tätigkeiten auf Papier auch im CAD-System ausgeführt werden. Mit 3D-CAD-Systemen können dreidimensionale Objekte am Computer erstellt werden. Dabei geht es auch darum, möglichst viele der Objekt-Eigenschaften aufzuzeigen, zum Beispiel Dichte, zulässige Verformungs- und Bruchspannung oder Elastizitätskoeffizient.

Die Geschichte der CAD-Programme geht bis in die 60er Jahre zurück, als Ivan Sutherland am MIT in Boston mit seinem neu entwickelten Sketchpad bewies, dass man einfache Zeichnungen auch an einem computergesteuerten Radarschirm anfertigen kann. Anfang der 80er Jahre kamen schließlich die ersten CAD-Programme für Firmen und Privathaushalte auf den Markt. Das Architektur-Programm AutoCAD war dabei eines der ersten und erfolgreichsten CAD-Systeme.

Bild via Angel Crispin

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Dämmung

Dämmung ist ein Begriff, der in verschiedenen Bereichen, wie dem Hausbau oder der Herstellung von Kühl- und Gefrierschränken, Anwendung findet. In der Bauindustrie werden zum Beispiel Hohlräume zwischen Innen- und Außenwänden mit einem Dämmstoff, einem Material mit geringer Wärmeleitung, ausgelegt. Ziel ist in der Regel die Wärmedämmung. Manche Dämmstoffe verfügen zudem über schalldämmende oder andere bauphysikalische Eigenschaften. Auf Fußböden kommen außerdem trittschalldämmende Stoffe zum Einsatz. Gerade für eine energiebewusste Bauweise sind Dämmstoffe ein wichtiger Bestandteil.

Bereits in der Bronzezeit wurden Wände zweischalig gebaut. Diese wurden mit trockenem Gras gefüllt und erreichten gute Dämmwerte. Mit der Entstehung von Kühlhäusern Anfang des 20. Jahrhunderts gewann das Thema Dämmung zunehmend an Bedeutung. Zudem stiegen die Anforderungen an Wohnkomfort und Feuchteschutz. Heute bestehen Dämmstoffe meist aus Hartschaumstoffen, Mineralwolle, nachwachsenden Rohstoffen wie Kork, Holz-, Hanf- oder Flachsfaser oder Recycling-Materialien wie Zellulose. Außerdem erhältlich sind lose Dämmstoffe, so genannte Schüttdämmstoffe. Dämmstoffe werden als Platten, Matten oder Vliesstoffe in unterschiedlichen Dichten angeboten.

Bild via pr-nord neue kommunikation

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Beistelltisch

Ein Beistelltisch ist ein niedriger Tisch in unterschiedlichen Größen, der in der Regel Sofaecken, Sesseln oder Betten beigestellt wird. Er dient dabei als Ablage für Fernbedienung, Wecker, Bücher oder die Tasse Tee beim Lesen. Auch bekannt ist der Beistelltisch für Telefon oder Nippes im Flur. Je nach Einsatzzweck kann er über Schubladen, Spiegel oder sogar ausklappbare Schreibpulte verfügen oder bei Bedarf auch als Hocker verwendet werden.

Die ersten Beistelltische kamen in prunkvoll eingerichteten Häusern im 17. Jahrhundert zum Einsatz. Auch zur Zeit Ludwids XV. war der leichte Tisch ein beliebtes und reich verziertes Möbelstück. Heute setzt der Beistelltisch in unterschiedlichsten Designs, mit hochglanzlackierten Oberflächen, derben Hölzern oder Vergoldungen Akzente und passt zu jedem Einrichtungsstil. Ob modern, verspielt oder antik – die multifunktionalen Tische gibt es in allen Formen, Größen und Materialien.

Eine weitere Bezeichnung für den Beistelltisch ist „Guéridon“. Diesen Namen trägt er nach einem geschnitzten, tabletttragenden Galeerensklaven. Und auch der Arbeitsplatz des Kellners am Tisch des Gastes wird Guéridon genannt. Auf ihm werden Speisen angerichtet, tranchiert und warm gestellt.

Bild via Sebastian Donath, Flickr.com

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Datscha

Der Begriff „Datscha“ stammt aus dem Russischen und bezeichnet ein Garten- oder Wochenendhaus, das neben der reinen Erholung oft auch als eine Art Schrebergarten-Ersatz zum Anbau von Obst und Gemüse dient. Eingedeutscht wird häufig auch das Wort „Datsche“ benutzt.

Ursprünglich wurde „datscha“ von dem russischen Verb „dat“ (geben) abgeleitet und bezeichnete eine vom Zaren zugeteilte Gabe an Grund und Boden. Bereits vor Jahrhunderten besaß die Aristokratie neben ihren Stadtpalästen auch Landhäuser. Den Höhepunkt ihrer Popularität erreichte die Datscha allerdings mit der zunehmenden Urbanisierung im 20. Jahrhundert.

Die Geschichte der Datscha in Deutschland begann zu DDR-Zeiten, als die beengten Wohnverhältnisse in den Städten, die eingeschränkten Reisemöglichkeiten und der Versorgungsmangel an Obst und Gemüse die Menschen in die Natur trieben. Die Datschen lagen meist außerhalb der Stadt und waren von großzügigeren Gärten umgeben als die Schrebergärten in den Vierteln.

Deshalb entstanden in der ehemaligen DDR gerade an Seen und anderen landschaftlich reizvollen Orten ganzen Datschensiedlungen. Man schätzt die Zahl auf rund 3,4 Millionen – die höchste Dichte an Gartengrundstücken weltweit. Ähnliche Ferienhäuser gibt es außer in Russland und Norddeutschland auch in Norwegen, Schweden, Finnland und Tschechien.

Bild via koerschgen, Flickr.com

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TÜV (Technischer Überwachungs-Verein) steht für eine Vereinigung eingetragener Vereine, die – unter anderem durch staatliche Gesetze oder Normen vorgeschriebene – technische Sicherheitskontrollen durchführen. Sie überwachen KFZ-Fahrzeuge, Geräte und Produkte in Hinblick auf spezifische Sicherheitsaspekte. Sie führen zudem Produktprüfungen und Zertifizierungen durch – ob für die Marktzulassung oder als freiwillige Prüfung. Einige der bekanntesten Prüfzeichen stellen wir in Folge vor.

Geprüfte Sicherheit (GS-Zeichen)
Das GS-Zeichen ist ein 1977 eingeführtes, weltweit anerkanntes Siegel, das bestätigt, dass ein Produkt (Spielzeug, Leuchten, Elektrogeräte, Fahrräder, etc.) den Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen des Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes (GPSG) gerecht wird. Es weist also nach, dass ein Produkt, zu der auch immer eine Bedienungsanleitung gehört, um die Anforderungen zu erfüllen, auf Sicherheit sowie zahlreiche produktspezifische europäische Richtlinien geprüft worden ist. So weist es zum Beispiel nach, dass ein Produkt schadstoffarm, elektrisch einwandfrei oder bruchsicher ist.

CE-Kennzeichnung
Das CE-Zeichen („Communauté Européenne“) kennzeichnet ein Produkt – von Spielzeug bis zu Baumaschinen – das den vom Hersteller auferlegten Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen der Europäischen Union entspricht und weist nach, dass alle entscheidenden Prüfungen (Gefährdungsanalyse, Risikobewertung, Normenkonformität) durchgeführt wurden. Es gilt für Haushalts- und Elektrogeräte, Spielzeug, Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen und vieles mehr. Wie beim GS-Zeichen gibt die CE-Kennzeichnung an, dass die von ir ausgezeichneten Produkte „sicher“ für die Benutzung sind.

LGA-Zeichen

Das neutrale LGA-Zeichen unterscheidet zwischen den Siegeln „LGA-tested“ und „LGA-tested Quality“. Das Zeichen „LGA-tested“ besagt, dass ein Produkt im Hinblick auf einen ausgewählten, produktspezifischen Einzelaspekt und die entsprechenden rechtlichen Anforderungen geprüft wurde. Das können Waschmaschinen, Haushalts- und Elektrogeräte, Möbel oder Spielzeug, etc. sein. Geprüft wird unater anderem hinsichtlich der Bereiche Sicherheit, Gebrauchseigenschaften, Gebrauchstauglichkeit und Hygiene.

Das Zeichen „LGA-tested Quality“ kennzeichnet die dauerhafte und umfassende Qualität eines Produktes. Prüfungsinhalt sind Gebrauchsanweisung, Gebrauchseigenschaften und Sicherheit. Gekennzeichnet werden erstklassige Produkte, die ihrem Verwendungszweck tatsächlich entsprechen.

Bild via TÜV

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Chiffarobe

Eine Chiffarobe ist ein freistehender Kleiderschrank. In der Regel ist er zweiteilig: Auf der einen Seite befindet sich ein Fach mit Kleiderstange, auf der anderen ein Fach mit übereinander angebrachten Regalböden und Schubladen. Manche Modelle verfügen am Schrankboden zudem über ein breites, quer verlaufendes Schubfach. Darüber hinaus können an den Außen- oder Innentüren Spiegel angebracht sein, die Seiten des Schrankes weisen zum Teil Garderobenhaken auf. Entsprechend werden solche Schränke im deutschen Sprachgebrauch oft auch als Garderoben- oder Dielenschrank bezeichnet. Diese verfügen jedoch meist nicht über Schubladen.

Der Begriff „Chiffarobe“ stammt aus dem Englischen und ist eine Kombination aus „chiffonier“ (Kommode) und „wardrobe“ (Kleiderschrank). Im frühen 19. Jahrhundert hatte ein amerikanischer Holzarbeiter die Idee, diese beiden Möbelstücke miteinander zu vereinen. Gebräuchlich sind im Englischen auch die Schreibweisen „chifforobe“ und „chifferobe“.

Bild via jcmoye, Flickr.com

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Organisches Design

Organisches Design ist eine Stilrichtung aus Malerei, Skulptur, Grafik und Produktgestaltung, die sich an den organischen Formen der Natur orientiert. Sie zeichnet sich also durch harmonische, weiche Formen wie Rundungen und Wölbungen aus, die sich dem menschlichen Körper anpassen. Zum Teil werden organisch geformte Möbel und Objekte aus natürlichen, recyclebaren Materialien hergestellt. Damit steht das organische Design im Gegensatz zu geometrischen, sachlichen Stilen wie zum Beispiel dem Funktionalismus.

Die Form folgt der Funktion. Wichtige Voraussetzung für Möbel in organischem Design: Das Material, aus dem sie hergestellt sind, muss verformbar sein. Dafür eignen sich zum Beispiel Holz, Kunststoff oder Metall.

Organisches Design lässt sich in allen Kunstgattungen und Zeitepochen wiederfinden. Besonders seit den 30er Jahren ging die Bewegung von den USA und Skandinavien aus und breitete sich schließlich international aus. Von der 1946 entworfenen Vespa von Piaggio über die organisch geformten Kunststoffmöbel der 70er Jahre bis hin zu zeitgenössischen Designs gewinnen organische Objekte immer mehr an Popularität.

Wichtige Vertreter sind zum Beispiel Charles und Ray Eames, Arne Jacobsen, Ron Arad, Luigi Colani, Ross Lovegrove und Philippe Starck.

Bild via GGM Italy

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Bungalow

Ein Bungalow ist ein eingeschossiges, freistehendes Haus mit oder ohne Flachdach. Alle Wohnräume liegen auf einer Ebene und können somit ohne Stufen erreicht werden. Ein Keller wird dabei nicht als Stockwerk gezählt und meist nur für Heizung und andere Hausanschlüsse verwendet. Fälschlicherweise wird ein Bungalow häufig mit einem Flachdachhaus gleichgesetzt. Er kann jedoch auch über ein Walm- oder Zeltdach oder eine andere Dachform verfügen. Sollte ein Dachgeschoss vorhanden sein, wird es in der Regel nur als Lagerfläche genutzt.

In ihrer Form variieren Bungalows stark. So sind sowohl rechteckige, als auch L- oder Z-förmige Bauten möglich. Der Nachteil: Da ein Bungalow nur ein Stockwerk zur Verfügung hat, braucht er deutlich mehr Grundstücksfläche als ein mehrgeschossiges Haus.

Dennoch erlebte diese Bauart in Europa und den USA Anfang und Mitte des 20. Jahrhunderts eine Art Boom. Nun feiert der Bungalow als Lifestyle-Haus mit offenen Grundrissen sein Comeback.

Der Begriff „Bungalow“ stammt aus den nordindischen Sprachen und bedeutet wörtlich „Bengalisches“, also ein Haus bengalischer Art. Der Hintergrund: In der indischen Region Bengalen orientierten sich im 18. Jahrhundert die britischen Kolonialherren beim Bau von ländlichen Ferienhäusern an der Konstruktionsweise einheimischer, eingeschossiger Hütten.

Bild via 123DV Modern Villas Liong Lie Architecture

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